***Breaking*** Bewerbungsschreiben von Legia West aufgetaucht

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La Liga

Sat Aug 24 2019 22:00:00 GMT+0000 (Coordinated Universal Time)

Neulich in der beliebten Eckkneipe in Luzern. Estragon und Wladimir treffen sich zu einem Umtrunk und warten auf einen Typ ...

Estragon: Hast du gehört, diese Alternativliga sucht ein neues Fussballteam?
Wladimir: Alternativliga? Alternativ zu was denn?
E: Keine Ahnung, wahrscheinlich zum geldversifften, korruptionsgeschwängerten Profifussball.
W: Spielen die so gut, dass sie sich als Alternative zum Profifussball sehen?
E: Was weiss ich, aber wohl kaum. Wahrscheinlich alles linksgrüne Schöngeister, die gern unter ihresgleichen Fussball spielen.
W: Aber sollten sie dann nicht offen für alle sein? Gibt's da Frauen?
E: Nicht dass ich davon wüsste, aber hör auf mich mit deinen Fragen zu löchern, ich will einfach kicken und keine politische Partizipationsdiskussion führen.
W: Also eher die Alternative zum Regiofussball dann?
E: Naja, die Teams sollten einen Bezug zu Luzern haben, meine ich.
W: Das haben wir ja, sind doch alle hier aufgewachsen. Du kommst doch aus dem BaBeL Gebiet!
E: …und du aus der Emmen-Agglo, so viel zu Luzern.
W: Immer noch der Luzerner Westen, oder? Lass uns doch mitmachen.
E: Schon gut, was aber schreiben wir denen zu uns? Ich glaube, die suchen zivilgesellschaftlich bedeutende Akteure und nicht so einen Lumpenverbund wie uns.
W: Wieso denn Lumpen? Wir sind doch ein ganz properer
Haufen.
E: Es hiess, es gäbe viele potente Interessierte.
W: Im Sinne der negativen Dialektik Heideggers würde ich schreiben, dass sie uns erst vermissen können, wenn sie uns nicht mehr haben und deshalb unbedingt aufnehmen müssen. Zumal Sportlichkeit schon in Platons Politeia eine wichtige meritokratische Rolle gespielt hat und Sport ganz allgemein nicht unwesentlich zur gesellschaftlichen Koähsion verschiedener Gruppen beiträgt.
E: Jebote! Zum Glück schreibst du nicht, niemand versteht dein Geschwafel!
W: Weisst du noch das linke brasilianische Wunderteam um Socrates und Co.? Die hätten mein Geschwafel voll gefeiert.
E: Es geht hier aber nicht um langatmige Abhandlungen zu Volkskörper und…
W: Was?
E: Was Was?
W: Egal, es scheint dir ja wirklich wichtig zu sein, deshalb sage ich, lass es uns einfach halten. 20min-Story-Style; was wir mögen und was nicht, zum Beispiel.
E: Ok, wir mögen nicht 20min…
W: Jetzt wirst du aber schwierig!
E: Sorry, entschuldige, es war fast zu einfach. Also, wir mögen Fussballspielen, Fussballschauen und geselliges Biertrinken. Wir mögen Pädagogik, Wissenschaft und Wasser für Wasser und wir sind voll gegen Glencore.
W: Was hat jetzt Glencore damit zu tun?
E: Alles hängt zusammen mein Freund. Es ist wie auf dem Fussballplatz. Erst die Verbindung der einzelnen Akteure bildet ein grösseres Ganzes, das mehr als die Summe seiner Teile ausmacht. So spielt zwischenmenschliches Vertrauen und Kollegialität gleichermassen eine Rolle wie beispielsweise weltweite Börsenentwicklungen.
W: Was zum Teufel laberst du da eigentlich? Es geht um ein Plauschfussballteam. Wir wollen da dabei sein, weil wir schätzen was die tun und gerne Teil davon wären.
E: Dann schreib halt das. Langweiler.
W: Was schlägst du sonst vor? Und komm mir jetzt nicht mit so Monty Phyton Kacke!
E: Keep it simple: wir sind ein bunt gemischtes Team in
jedem Sinne und bringen eine grosse Portion Enthusiasmus.
W: Das ist mir jetzt wieder zu sozialromantisch.
E: Ich gebs auf, mach was du für richtig hälst. Wann kommt eigentlich der Typ, auf den wir warten?
(Spoiler: Typ, auf den gewartet wird, taucht nie auf.)

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